Filmtage Friedrichshafen 2026 / ZF-Kurzfilmpreis 2026

Jonathan Brunner gewinnt mit From Ecuador With Love den ZF-Kurzfilmpreis 2026

Seitenverhältnis
Seitenverhältnis
Seitenverhältnis

Synopsis

Aus der Perspektive der Pflanzen beobachtet der Film die Prozesse auf einer ecuadorianischen Rosenfarm. Dicht gepresst und nach Makellosigkeit sortiert, werden die Rosen für den Transport in den globalen Norden vorbereitet. Doch nicht nur die Rosen, auch die Arbeiter:innen sind Teil eines Systems.

Jurybegründung Filmtage Friedrichshafen 2026

From Ecuador with Love

Die Protagonistin dieses Kurzfilms wird gezupft, geschlagen, gehäutet und verladen. Wo ihre Schönheit für Liebesbeweise herhält, wird uns eine andere Perspektive auf ein vielfältig genutztes Symbol eröffnet. So simpel wie genial verfolgt dieser herausragend fotografierte Kurzfilm den Weg der Rose als Konsumgut. Die beobachtende dokumentarische Form entscheidet sich bewusst gegen ein Voice-Over, eröffnet uns dadurch einen Denkraum: Sind es doch die Frauen selbst, die sich hier um die Rosen kümmern, sie herrichten, um schlussendlich in einer Geschenkbox zu landen. Wer schenkt hier also wem, was? Konservierte Liebesbekundungen für diejenigen, die unsichtbare Arbeit dahinter verrichten, wenn die Rosen FROM ECUADOR WITH LOVE in die westliche Welt geschickt werden. In seiner dokumentarischen Entschiedenheit und unprätentiösen Annäherung an Arbeitsprozesse fällt vor allem die fein gearbeitete Bild- und Tonmontage auf, bei der jeder Schnitt, der an den Stielen ansetzt, spürbar wird. Dabei erscheint auch jede Entscheidung für Bildausschnitte bewusst zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem zu changieren. Bei aller gesellschaftspolitischen Relevanz ist dieser neunminütige Film vor allem eines: Ein Liebesbeweis an die Form des Kinos. Ein Kino, das Perspektiven wechseln und sichtbar machen kann.

Der ZF-Kurzfilmpreis 2026 geht an Jonathan Brunner für FROM ECUADOR WITH LOVE.

 

So ist das Leben und nicht anders

Gesichter zerfließen, Schnecken ziehen sich durch die aufgeteilten Möglichkeitsfenster unserer Biografien. In einer Zeit in der wir dringend Verbindungen und Gemeinschaft zwischen den Generationen brauchen, ist dieser Film eine Entdeckung. Er schafft ein Gesamtkunstwerk aus Animationen und der dokumentarischen Form, bleibt dabei rhythmisch und audiovisuell scharfsinnig. Während wir Frau Miko folgen, streifen wir Fragen von Vergänglichkeit und schauen Erinnerungen im Augenblick ihres Zerfallens zu. Bei allem schwingt eine lebensbejahende Melodie mit und öffnet sich ein Raum für Empathie, der mit uns bleibt und uns umhüllt wie ein Nerzmantel, der uns daran erinnert: So ist das Leben und nicht anders.

Die Lobende Erwähnung geht an Lenia Friedrich für SO IST DAS LEBEN UND NICHT ANDERS.


Für seinen neunminütigen Dokumentarfilm From Ecuador With Love erhält Jonathan Brunner den mit 15.000 Euro dotierten ZF‑Kurzfilmpreis. Der Publikumspreis der ZF Kunststiftung in Höhe von 1.000 Euro geht an Masha Mollenhauer für den Kurzfilm The Good Woman.

Am vergangenen Wochenende fanden die 17. Filmtage Friedrichshafen – Jetzt oder Nie statt, veranstaltet vom Kulturbüro Friedrichshafen. Höhepunkt des Filmfestivals war der Wettbewerb um den ZF‑Kurzfilmpreis und den Publikumspreis der ZF Kunststiftung. Zwölf sehr unterschiedliche Kurzfilme junger Regisseur:innen standen im Wettbewerb: von Animationsfilmen über Dokumentarfilme bis hin zum dreißigminütigen Dramen war thematisch und filmisch wieder eine große Vielfalt vertreten. Bis spät in die Nacht genoss das Publikum am Samstag in der besonderen Atmosphäre im Kiesel das abwechslungsreiche Wettbewerbsprogramm und fieberte gespannt der Juryentscheidung, aber auch der Auszählung des Publikumspreises entgegen. Der Kurzfilm The Good Woman von Masha Mollenhauer und Team, in dem die Regisseur:in das restriktive Abtreibungsgesetz in Polen sowie gesellschaftlichen und familiären Druck thematisiert, war der klare Publikumsfavorit und erhielt den Publikumspreis der ZF Kunststiftung in Höhe von 1.000 Euro.

Gewinner des ZF-Kurzfilmpreises 2026 in Höhe von 15.000 Euro ist der deutsche Regisseur Jonathan Brunner. Sein kurzer Dokumentarfilm From Ecuador With Love beobachtet aus der Perspektive der Pflanzen den Produktionsprozess auf einer Rosenfarm in Ecuador. Dicht gepresst und nach Makellosigkeit sortiert, werden die Rosen für den Transport in den globalen Norden vorbereitet. Doch nicht nur die Rosen, auch die Arbeiter:innen sind Teil eines Systems, so die Synopsis.

Mit seinem herausragend fotografierten Kurzfilm From Ecuador With Love beeindruckte Jonathan Brunner die Jury: „Die Protagonistin dieses Kurzfilms wird gezupft, geschlagen, gehäutet und verladen. Wo ihre Schönheit für Liebesbeweise herhält, wird uns eine andere Perspektive auf ein vielfältig genutztes Symbol eröffnet. So simpel wie genial verfolgt dieser herausragend fotografierte Kurzfilm den Weg der Rose als Konsumgut. Die beobachtende dokumentarische Form entscheidet sich bewusst gegen ein Voice-Over, eröffnet uns dadurch einen Denkraum: Sind es doch die Frauen selbst, die sich hier um die Rosen kümmern, sie herrichten, um schlussendlich in einer Geschenkbox zu landen. Wer schenkt hier also wem, was? Konservierte Liebesbekundungen für diejenigen, die unsichtbare Arbeit dahinter verrichten, wenn die Rosen FROM ECUADOR WITH LOVE in die westliche Welt geschickt werden. In seiner dokumentarischen Entschiedenheit und unprätentiösen Annäherung an Arbeitsprozesse fällt vor allem die fein gearbeitete Bild- und Tonmontage auf, bei der jeder Schnitt, der an den Stielen ansetzt, spürbar wird. Dabei erscheint auch jede Entscheidung für Bildausschnitte bewusst zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem zu changieren. Bei aller gesellschaftspolitischen Relevanz ist dieser neunminütige Film vor allem eines: Ein Liebesbeweis an die Form des Kinos. Ein Kino, das Perspektiven wechseln und sichtbar machen kann,“ so die Jurybegründung.

Eine Lobende Erwähnung ging an Lenia Friedrich für So ist das Leben und nicht anders: „Gesichter zerfließen, Schnecken ziehen sich durch die aufgeteilten Möglichkeitsfenster unserer Biografien. In einer Zeit, in der wir dringend Verbindungen und Gemeinschaft zwischen den Generationen brauchen, ist dieser Film eine Entdeckung. Er schafft ein Gesamtkunstwerk aus Animationen und der dokumentarischen Form, bleibt dabei rhythmisch und audiovisuell scharfsinnig. Während wir Frau Miko folgen, streifen wir Fragen von Vergänglichkeit und schauen Erinnerungen im Augenblick ihres Zerfallens zu. Bei allem schwingt eine lebensbejahende Melodie mit und öffnet sich ein Raum für Empathie, der mit uns bleibt und uns umhüllt wie ein Nerzmantel, der uns daran erinnert: So ist das Leben und nicht anders.“

Der ZF-Kurzfilmpreis zeichnet nicht nur die Filmschaffenden aus, sondern fördert auch die Gattung Kurzfilm: „Das Preisgeld ist zweckgebunden und soll für eine neue Kurzfilmproduktion verwendet werden,“ so Regina Michel. Das weiß Jonathan Brunner zu schätzen, als er sich für die Auszeichnung und Wertschätzung seiner Arbeit bedankt: „Solche Preise spenden wichtige Energie, um weiter am Ball des Filmemachens zu bleiben – besonders, wenn dadurch auch die Finanzierung des nächsten Films teilweise schon gedeckt ist. Eine Förderung in dieser Höhe zu bekommen, ist ein großes Privileg!“

Jonathan Brunner (*1996) ist Regisseur für Dokumentar- und Werbefilme. Nach einem Bachelorabschluss in Mediendesign an der Hochschule Mainz studiert Jonathan seit 2020 Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Sein Film „Border Conversations“ wurde unter anderem bei der DOK Leipzig und dem Dok.fest München ausgezeichnet und war auf der Shortlist des Deutschen Kurzfilmpreises. Aktuell arbeitet Jonathan an seinem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm. Bei den 17. Filmtagen in Friedrichshafen gewann er mit seinem Kurzdokumentarfilm From Ecuador With Love den ZF-Kurzfilmpreis 2026.

Pressemitteilung:
Jonathan Brunner gewinnt mit From Ecuador With Love den ZF-Kurzfilmpreis 2026

Mehr Informationen zu Jonathan Brunner:
Jonathan Brunner


Das Festival „Jetzt oder nie – Filmtage Friedrichshafen“ findet vom 12. bis 16. März 2026 zum 17. Mal statt.

Die Filmtage, organisiert vom Kulturbüro Friedrichshafen, präsentieren auch in diesem Jahr wieder vielfach preisgekrönte und sehenswerte Kurz- und Dokumentarfilme junger Filmemacherinnen und Filmemacher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Auswahljury der Filmtage hat ein spannendes Programm mit vielen aktuellen Bezügen zusammengestellt. Auch in diesem Jahr gibt es wieder einige Filmperlen zu entdecken, vom kurzen Animationsfilm über eindringliche Kurzdokumentarfilme bis hin zum dreißigminütigen Drama ist thematisch und filmisch wieder eine große Vielfalt vertreten.

Gezeigt werden qualitativ hochwertige Filme mit gesellschaftlicher Relevanz und Unterhaltungsfaktor. Im Anschluss an die Vorführungen finden moderierte Publikumsgespräche mit den anwesenden Filmschaffenden statt.

Festivaleröffnung mit Liveperformance
Film und Musik sind seit jeher eng verbunden. Zum Auftakt des Filmfestivals haucht der Künstler Jörg Mandernach dieser Verschmelzung neues Leben ein. Donnerstag, ab 18:30 Uhr stimmt er in einer Performance aus eigenen Kurzfilmen und E-Gitarren-Improvisation auf das Festival ein.

Der 1963 in Saarbrücken geborene bildende Künstler erforscht innerhalb seiner vielschichtigen künstlerischen Tätigkeit u. a. die Möglichkeiten, seine grafischen Arbeiten in Kurzfilme umzusetzen. Entstanden in einer Art „Stream of Unconsciousness“ fließen Zeichnungen als animierte Assoziationsketten ineinander, sodass eine Metamorphose aus Formen und Inhalten entsteht.

Jörg Mandernach, Artist in Residence der ZF Kunststiftung 2001, ist Träger mehrerer zeitgenössischer Kulturpreise. Sein Kunststudium absolvierte der Künstler an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wo er von 2020 bis 2021 auch eine Vertretungsprofessur für Malerei innehatte.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit dem Künstler statt.

Präsentation One Way Ticket to Tbilisi von Paul Ploberger, Gewinner ZF-Kurzfilmpreis 2023
Mit seiner Komödie Nackte Männer im Wald über­zeugte Paul Ploberger beim Filmfestival 2023: Er gewann den ZF-Kurzfilmpreis sowie den Publikumspreis der ZF Kunststiftung. Das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro war für den jungen Filmemacher Motivation für einen neuen Kurzfilm: One Way Ticket to Tbilisi.

Bei den Filmtagen 2024 durfte das Publikum den damals noch unvollendeten Film bereits vorab sehen, als Testscreening. Mit diesem ganz besonderen und sehr seltenen Format gewährte Paul Ploberger den Zuschauer:innen einen Einblick in seinen kreativen Entstehungsprozess.

In diesem Jahr kommt der Filmemacher mit seiner einfühlsamen Erzählung über Freundschaft und Trauerbewältigung zu den Filmtagen zurück und präsentiert dem Publikum seinen Kurzfilm in der finalen Version.

One Way Ticket to Tbilisi handelt von Lena, einer jungen Frau deren Freund Joni bei einer Reise in Georgien ums Leben kommt. Sie reist in das Land und erfährt, dass Joni eventuell Selbstmord begangen hat. Ungläubig macht sich Lena daran, Jonis letzte Tage in Georgien zu rekonstruieren. Dabei lernt sie die Kunststudentin Nana kennen und erfährt, dass Joni und sie ein Geheimnis teilen.

Im Anschluss findet ein Filmgespräch mit Regisseur Paul Ploberger und Produzentin Kathrin Kaisinger statt.

Wettbewerb um den ZF-Kurzfilmpreis 2026
Höhepunkt des Festivals ist der Wettbewerb um den mit 15.000 Euro dotierten ZF-Kurzfilmpreis sowie um den Publikumspreis der ZF Kunststiftung in Höhe von 1.000 Euro.

Der krönende Abschluss des spannenden Wettbewerbs Kurz und Gut ist die anschließende Verleihung der beiden Preise durch Regina Michel, Geschäftsführerin der ZF Kunststiftung, Samstag, 14. März, ca. 22.30 Uhr, Kiesel im k42.

Festivaleröffnung mit Liveperformance
Animierte Kurzfilme von Jörg Mandernach, Artist in Residence ZF Kunststiftung 2001, am Donnerstag, 12. März 2026, 18.30 Uhr.
Der Eintritt ist frei! Da das Platzangebot im Kiesel begrenzt ist, müssen dennoch Tickets für die Filmvorstellung reserviert werden:
Ticketshop Kulturbüro Friedrichshafen – Animierte Kurzfilme von Jörg Mandernach Tickets, K42, 88045 Friedrichshafen – online bestellen

Präsentation One Way Ticket to Tbilisi von Paul Ploberger, Gewinner ZF-Kurzfilmpreis 2023, am Freitag, 13. März 2026, 18.30 Uhr.
Der Eintritt ist frei! Da das Platzangebot im Kiesel begrenzt ist, müssen dennoch Tickets für die Filmvorstellung reserviert werden:
Ticketshop Kulturbüro Friedrichshafen – One Way Ticket to Tbilisi ­ Tickets, K42, 88045 Friedrichshafen – online bestellen

Wettbewerb um den ZF-Kurzfilmpreis 2026, am Samstag, 14. März, ab 16.15 Uhr.
Ticketshop Kulturbüro Friedrichshafen – Filmtage Friedrichshafen 2026 – Jetzt oder nie – Kurzfilmticket Tickets, K42, 88045 Friedrichshafen – online bestellen

Programm Filmtage Friedrichshafen 2026
Filmtage-Friedrichshafen-2026

Download Programmheft
Download Poster

Tickets Filmtage Friedrichshafen 2026
Tickets sind über den Ticketverkauf des Kulturbüros erhältlich:
Ticketshop Kulturbüro Friedrichshafen – Alle Events


Wettbewerbsbeiträge
KURZ UND GUT 1

Dokhtar’am
von Pedram Sadough

I Think About the Roman Empire Every Day
von Katia Sophia Ditzler,

Die letzten Menschen
von Nicolás Pindeus,

In Schuss und Kette der Nomaden
von Samira Alizadehghanad

zu den Filmen

KURZ UND GUT 2

The Good Woman
von Masha Mollenhauer

Der Badeanzug
von Amina Krami

Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht
von Suze Itzel

From Ecuador With Love
von Jonathan Brunner

zu den Filmen

KURZ UND GUT 3

So ist das Leben und nicht anders
von Lenia Friedrich

Night of Passage
von Reza Rasouli

The Undying Pain of Existence
von Oscar Jacobson

Skin on Skin
von Simon Schneckenburger

zu den Filmen

Jury

– Vivien Buchhorn, Kuratorin und Filmhistorikerin, Leiterin Flensburger Kurzfilmtage
– Alina Cyranek, Autorin, Regisseurin und Produzentin
– Dieter Krauß, Gründer „guckloch“ Villingen-Schwennigen, Vorstand der AG Filmfestival
– Lukas März, Autor und Regisseur
– Regina Michel, Geschäftsführerin und Kuratorin ZF Kunststiftung

Ticketpreise

Einzelticket: 11 €, erm. 9 €

Kinderprogramme: Kind 6 €, Erw. 9 €

FILM AB!
Kinderkurzfilmticket:
Kind 9 €, Erw. 11 € (gilt für FILM AB! 4+ und 8+)

Kurzfilmticket: 20 €, erm. 14 € (gilt für alle drei Programme „Kurz & Gut“)
Festivalticket: 38 €, erm. 26 € (gilt für alle Filme an allen Tagen)
Für Inhaber eines Festivaltickets gibt es aus organisatorischen Gründen nur bei Erscheinen bis zehn Minuten vor Beginn eine Sitzplatzgarantie.

Weitere Informationen:
Stadt Friedrichshafen: Filmtage Friedrichshafen